Real Investor

Werterhalt im inflationären Umfeld
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Soft Commodities – China kauft Mais

März 17, 2012 Von: Real Investor Kategorie: Soft Commodities

Die Maispreise konnten zum Wochenschluss an den US-Futuresmärkten zulegen. Ursprung des Preisanstiegs war die Erwartung einer steigenden Nachfrage aus China. Nachdem dort neue Rekordpreise für Mais erzielt worden waren, könnten sich höhere Importe von Mais aus den Vereinigten Staaten ergeben.

Auch Reis kann zulegen und notiert auf dem höchsten Stand seit einem Monat. Getrieben wird die Preisentwicklung von gestiegenen Exporten und gleichzeitig niedrigeren Ernteerwartungen.

Die Futurespreise für Mageres Schwein geben hingegen weiter ab. Saisonal bedingt befindet sich das Preisniveau von Ende März bis Anfang April im Allgemeinen auf niedrigem Stand. Hinzu kommt die sehr geringe Binnennachfrage der USA nach Schweinefleisch.

Auch die Rinderpreise geben etwas nach, notieren aber auf erhöhtem Niveau. Anziehende Nachfrage im Zuge der beginnenden Grillsaison sollten stabilisierend wirken. Dennoch kam von einigen Händlern Verkaufsdruck auf, da Sorge bestand, die Höchststände bereits erreicht zu haben.

Welt im Wandel auch bei Rohöl: Von WTI über Brent nach Asien

November 06, 2011 Von: Real Investor Kategorie: Energie

Über Jahre hinweg galt die Rohölsorte WTI (West Texas Intermediate) als führend im weltweiten Handel. Insbesondere die hohe Liquidität am Terminmarkt machte die Sorte für Händler attraktiv. WTI wurde zum Maß der Dinge für alle, die im Geschäft des Ölhandels aktiv waren.

Seit rund zwei Jahren zeigt sich jedoch eine sinkende Bedeutung der Ölsorte WTI. Deutlich wird dies auch am Preis, vor allem im Vergleich zur zweiten bedeutenden Ölsorte Brent. Lange notierte der Kurs für WTI regelmäßig oberhalb des Kurses von Brent. Doch dieses Verhältnis hat sich gedreht. Brent wird inzwischen höher gehandelt als WTI und der Spread zwischen beiden Sorten wächst.

WTI verliert globale Bedeutung

Grund für diese Entwicklung ist die steigende Bedeutung der Ölnachfrage in Regionen außerhalb der USA. WTI bezieht sich auf den Lagerort Cushing im Bundesstaat Oklahoma. Auch wenn es nur bei einem geringen Teil der am Terminmarkt gehandelten Ölkontrakte zu einer tatsächlichen Lieferung kommt, ist der Standort zu berücksichtigen. Aus diesem Grund spielen für die Preisbildung eben auch Einflussfaktoren der regionalen Nachfrage sowie Determinanten des physischen Geschäfts  wie Lagerung und Transport eine Rolle.

Außerdem ist natürlich auch die Qualität der Ölsorte wichtig. Es gibt weltweit hunderte von Rohölsorten mit unterschiedlichen Qualitätsmerkmalen. Von besonderer Bedeutung sind Dichte und Schwefelgehalt. WTI besitzt eine geringe Dichte und einen niedrigen Schwefelgehalt. Es wird daher als „leicht und süß“ bezeichnet, ist also ein Rohöl von hoher Qualität, da es leicht und effizient verarbeitet werden kann. Wichtige Raffinationsprodukte sind Benzin, Kerosin und Heizöl, aber auch Chemikalien.

Steigender Rohölbedarf aus Asien

Da jedoch gerade aus dem asiatischen und arabischen Raum die Ölnachfrage ansteigt, und die dortigen Rohölsorten von geringerer Qualität sind, suchen die Marktteilnehmer nach Handelsmöglichkeiten, welche der eigenen Sorte mehr entsprechen. Hier ist die regionale Nähe von Brent zur Region mit der starken Nachfrage sicherlich mit ein Grund, warum in einem ersten Schritt die Bedeutung der Nordseesorte angewachsen ist.

Dennoch sind die Entwicklungen hier sicherlich noch nicht abgeschlossen. Die OPEC berechnet inzwischen einen Ölpreis, welcher sich aus einem Korb zwölf wichtiger Rohöle zusammensetzt und auch China versucht eigene Terminkontrakte zu etablieren. In Zukunft ist zu erwarten, dass neben der regionalen Verlagerung auch immer mehr die qualitative Ähnlichkeit der gefragten Terminkontrakte zur tatsächlichen realwirtschaftlichen Nachfrage eine Rolle spielen wird. Je ähnlicher sich die Spezifikationen von Terminkontrakt und physischem Öl sind, desto besser können realwirtschaftliche Risiken kostengünstig über den Terminhandel abgewickelt werden. Die Warenterminmärkte werden daher der Realwirtschaft in Richtung Asien folgen und auch Brent dürfte daher nur eine Übergangslösung sein.

Privatportfolio mit CFDs auf Rohstoffe der zweiten Reihe?

Juli 26, 2010 Von: Real Investor Kategorie: Rohstoffinvestments

Wenn im Zusammenhang mit Rohstoffanlagen von Exoten zu lesen ist, steigt nicht nur die Vorfreude, sondern auch die Erwartung. Denn immer noch wird von realen Vermögenswerten und den investmentstrategischen Einsatzmöglichkeiten leider zu wenig berichtet. Ebenso verlief es bei Entdeckung des Artikels  Lukrative Exoten unter den Rohstoffen von Gregor Kuhn, seines Zeichens Leiter Seminare und Webinare bei IG Markets, welcher heute auf derboersianer.com veröffentlicht wurde.

Beim Lesen setzte jedoch erst Verwunderung ein, welche dann schnell in Enttäuschung umschlug. Bereits die Aussage, selektierte Rohstoffe offenbarten die Möglichkeit erfolgreich auf Unternehmensstories zu spekulieren wirkt überraschend. Als Beispiel wird Apple im Zusammenhang mit Seltenen Erden angeführt. Am Erfolg des iPods die Entwicklung der „Rare Metals“ zu antizipieren lange bevor der Zug abgefahren ist, erscheint einem sehr romantischen Investorenherz entsprungen zu sein. Gerade die Marktenge, welche bei vielen dieser exotischen Investments vorherrscht, lässt an dieser Vorstellung zweifeln. In einigen Fällen kommen nicht mal börsengehandelte Futures bei der Abbildung des Basiswertes zum Einsatz, sondern Forwardgeschäfte. Hier zu glauben als Trendsetter und nicht als Trendfolger großer institutioneller Investoren aufzutreten erscheint äußerst selbstbewusst und wenig selbstkritisch.

Bleibt man dennoch an dieser romantischen Vorstellung hängen, stellt sich die Frage des Instrumentariums um seine superiore Markteinschätzung in bare Münze umzuwandeln. „Exotisch“, „Investments“  und die beschriebene Marktenge lassen hier die Nennung geschlossener Fonds für die entsprechende Umsetzung der Investmentstrategie erwarten. Allerdings ist der Autor in Lohn und Brot bei einem CFD Anbieter. Suggeriert einem diese Kombination etwa ein Investment mit niedriger Margin und hohem Hebel in enge Märkte. CFD-Spekulation in Metalle, von denen die meisten weder die Schreibweise noch den Abbaustätten kennen, als Alternativsparplan für die Ausbildung der Kinder? -Wer nur schon mal einen Agrarrohstoff im Tageschart gesehen hat kann hier eigentlich nur zurückschrecken. Von möglichen Gaps über Nacht gar nicht erst zu reden.

Zudem tritt bei Rohstoffanlagen, selbst bei solchen die mittlerweile fast zum Mainstream gehören, ein ganz anderes Problem auf. Zumindest wenn man mehr als kurzfristige Gewinne mit Ihnen erzielen will. Dem geplanten Vermögensaufbau kommt nämlich oftmals die Terminstruktur und damit einhergehende Rolleffekt in die Quere. Da viele Rohstoffe in Contango notieren, entstehen hier bei einer simplen buy-and-hold Strategie (welche sich für die Umsetzung einer superioren Anlagestrategie auf Grundlage antizipierter Marktentwicklungen  gegenüber dem Daytrading empfiehlt) negative Performanceeffekte, welche die Rendite schmälern, wenn diese nicht gar gänzlich aufgezehrt wird.

Anteil Backwardation von Rohstoffsektoren

Quelle: in Anlehnung an Füss, Roland, Kaiser, Dieter G. und Praß, Markus (2006), Ertragskomponenten von Commodity-Futures-Indizes, in: Kreditwesen, 22, S. 1215.

Nun, klar und nachgewiesen (siehe Tabelle) ist, dass die Terminstruktur variiert und nicht dauerhaft auf allen Märkten Contango herrscht. Somit ergeben sich also auch Phasen mit zusätzlichen Gewinnchancen, welche aus der Terminstruktur resultieren. Dies erfordert dann aber wieder ein aktives Management der eigenen Positionen und macht buy-and-hold unmöglich.

„Ein weiterer Vorteil beispielsweise gegenüber Aktien besteht darin, dass ein Rohstoff keine Managementfehler macht.“

Natürlich nicht, kann man der Aussage des Autors hier nur zustimmen.

Die Fehler überlässt der Rohstoff dem Anleger dann schon lieber selbst. Wenn er nicht bereit ist, akribisch wie das Management eines börsennotierten Unternehmens, sein exotisches Rohstoffportfolio dauerhaften Beobachtungen und Anpassungen zu unterziehen. Einen praktischen Überblick hierfür liefern sicherlich zahlreiche CFD Anbieter mit ihren Handelsplattformen.

10 (gute) Gründe für Agrarinvestments

März 24, 2010 Von: Real Investor Kategorie: Acker-/Farmland

Zehn Gründe für eine Anlageentscheidung im Agrarsektor nennt Andrew Ramsbottom, Deutschbänker im Private Wealth Management auf FTAdviser in seinem Beitrag Focus: Time to make gains through grains. Ramsbottom bringt hier neben bekannten Argumenten für den Agrarsektor auch neue und interessante Aspekte.

Einführend zeigt der Autor die Auswirkungen des vorausgesagten Bevölkerungswachstums (1. Argument) auf den zukünftigen Bedarf an Agrarrohstoffen auf und zeichnet mit diesem Argument rosige Aussichten. 9,5 Milliarden Menschen im Jahre 2050 würden den Getreidekonsum im Vergleich zu 2005 mit 6,5 Millarden Menschen um 1 Milliarde Tonnen pro Jahr erhöhen. In Verbindung mit der, ebenfalls durch das Bevölkerungswachstum hervorgerufenen Urbanisierung (2. Argument) werden nach Ansicht Ramsbottoms die Anbauflächen zunehmend verknappt, woraus Preissteigerungen abgeleitet werden. Soweit keine wirklichen Überraschungen.

Monopolistische Angebotsstrukturen (3. Argument) auf Länderbasis sprechen nach Ramsbottom ebenfalls für Agrarinvestments. Er sieht hierbei eine erhöhte Gefahr der Angebotsverknappung durch lokal begrenzte politisch oder klimatisch bedingte Einflüsse. Dies führt zur generellen Klimaveränderung (4. Argument), da durch rauhere Bedingungen und schlechte Prognostizierbarkeit Preisausschläge deutlicher auftreten und zugleich die Lagerbestände mit Ausgleichfunktion der Preise niedriger ausfallen dürften. Mit diesem Argument zielt Ramsbottom natürlich auf deutliche Preisausschläge nach oben ab. Beachtet werden sollte hingegen, dass eine deutlich erhöhte Volatilität nicht im grundsätzlichen Interesse eines auf nachhaltige Wertsteigerungen bedachten Anleger sein kann. Außerdem zieht eine hohe Kursschwankungsbreite Spekulanten an, welche die Unvorhersehbarkeit eines Marktes für klassische Investoren weiter erhöhen können.

Veränderte Ernährungsgewohnheiten bedingt durch erhöhten Wohlstand (5. Argument) zielt in bekannter Form auf den Mehrverbrauch pflanzlicher Nahrungsmittel bei der Produktion tierischer Agrarerzeugnisse ab. Auch das zunehmende Umweltbewußtsein, welches zum teilweisen Austausch fossiler durch biologische Energieträger füht (6. Argument), wird hier als Argument angebracht. Die Agrarprodukte erhalten hierdurch Konkurrenz in der Verwendung auf einer zusätzlichen Ebene und stehen hinsichtlich des Angebots in zusätzlicher Abhängigkeit von Energiepreisniveaus. Hierbei ist jedoch zu bedenken, dass alternative Energieträger noch massiven Subventionsverzerrungen unterliegen und abzuwarten bleibt welche Varianten sich durchsetzen werden.

Bewertungsdifferenzen im Vergleich zu anderen Rohstoffen (7. Argument ) sind für Ramsbottom ebenfalls ein Grund für Investitionen im Agrarbereich. Bedenken sollten Investoren jedoch, dass Agrarrohstoffe im Vergleich zu Metallen und Energierohstoffen geringeren Limitationen unterliegen. So treten diese im Agrarsektor nicht absolut auf, sondern beschränken sich üblicherweise auf die zeitliche Dimension eines Erntejahres. Das Argument, welches im Zusammenhang der schlechten Lagerbarkeit und veränderten Klimabedingungen angebracht wurde, dient hier für Ramsbottom in fast konträrer Form erneut als Argument und ist daher kritisch zu sehen.

Auch die angeführten niedrigen Lagerbestände (8. Argument) sind so nicht generalisierbar. Beachtet werden müssen hier mögliche Lücken in den Statistiken durch Aufbewahrung außerhalb offizieller Lagerstätten ebenso wie der Einfluss außerordentlicher Ereignisse (z.B. Ernteausfall in Indien bei Zucker 2009). Ein Zustand der zudem nicht für alle Agrarmärkte gleichermaßen gilt, wie aus dem Commodity Yearbook 2010 der LBBW hervorgeht:

Im Getreidesektor entwickelt sich ein zweites
phantastisches globales Erntejahr mit deutlich
ansteigenden Weltlagerbeständen bei Weizen und
Sojabohnen.

Ebenfalls kritisch zu sehen ist der von Ramsbottom erwähnte Diversifizierungsaspekt (9. Argument). Der Vorteil einer hohen Unabhängigkeit des Agrarsektors von den Renditen anderer Assetklassen dürfte im Zuge zunehmenden Investoreninteresses in Zukunft abnehmen. Rückwirkend sind solche Ergebnisse meist festzustellen, wenn vorwiegend Produzenten und Konsumenten, also klassische Hedger, auf Märkten aktiv waren. Spekulanten führen Märkte zunehmend in Renditemuster allgemeiner Finanzmärkte und traditioneller Assetklassen.

Relativ neu hingenen ist die abschließende Erwähnung eines zunehmendem Einflusses von Regierungen auf die Agrarmärkte. Bisher zeigte sich diese vor allem in Subventionen. Seit neuestem ist jedoch auch die Ausweitung von Handelsbeschränkungen (10. Argument) zu beobachten. Insbesondere im Zuge steigender Preise verhängen Regierungen Exportverbote um den Inlandspreis zu Gunsten der eigenen Bevölkerung  niedrig zu halten. Was auf den ersten Blick erfolgsversprechend ist, führt beim zweiten Hinsehen nach Ramsbottom zu geringeren Einkommen im Agrarsektor, wodurch Investitionen gebremst werden und das Angebot weiter verknappt. Preissteigerungen sind die Folge. Ein weiteres Handeln von Staaten liegt im Aufbau strategischer Vorräte. In erster Instanz eine Verknappung des Angebots, erhöht sich hierdurch nach Ramsbottom die Gefahr von plötzlichen Angebotsausweitungen seitens der Regierungen falls die Preise steigen sollten.

Gerade die abschließende Argumentation greift spannende neue Aspekte auf. Sie zeigt, dass Handelsbeschränkungen nur kurzfristig Entlastungen für die Preisbelastung der Bevölkerung bringen und langfsritig sogar kontraproduktiv wirken. Auch der Aufbau strategischer Reserven ist unter dem Aspekt interessant, dass Staaten gerade im Zuge hoher Verschuldung zum “Kasse machen” verleitet werden könnten und plötzlich als spekulativer Marktteilnehmer im Agrarsektor agieren.

Mit dem für private Investoren wichtigsten Beitrag schließt dann auch die von Ramsbottom geführte Argumentation “PRO AGRAR”. Terminmärkte im Agrarsektor sind komplex und volatil und erfordern aufwendigem und besonderen Umgang. Es ist also alles wie immer. Wo herausragende Renditen versteckt scheinen lauert auch immer ein erhöhtes Risiko.

Investmentschema Wald und Forst

Februar 14, 2010 Von: Real Investor Kategorie: Wald und Forst

Investments in Wald und Forst stellen hinsichtlich ihrer Anlageeigenschaften einige Besonderheiten dar. Diese resultieren in erster Linie aus den kombinierten Charakteristika der Assetklasse Immobilien und der Assetklasse Rohstoffe. Die Abbildung dokumentiert diesen Zusammenhang.

Schema Waldinvestments

Schema Waldinvestments

Waldinvestments zeichnen sich auf der einen Seite durch Stabilität aus, welche durch das traditionelle Grund und Boden Investment hervorgebracht wird. Auf der anderen Seite bieten Investments in Wald ein hohes Potential zur Renditegenerierung. Dieses ergibt sich wiederum aus zwei Komponenten analog den Entwicklungen bei Farmland (siehe auch: Farmland nicht nur wegen dem Acker kaufen). Erstens den Preissteigerungen der bewirtschaftetenen Flächen und zweitens den möglichen Preisantiegen des angebauten Rohstoffs, also der Holzpreisentwicklung.